Capel mit Galavorstellung in Wolfenbüttel / Trennung von Tyler Ousley
Mannschaftliche Geschlossenheit und körperliche Gegenwehr, das war es, was Vladimir Pastushenko von seinen Spielern, vor dem Spiel einforderte. Sie gaben ihm das, was er wollte. Mit 93:86 fügte der RSV Eintracht Teltow/Stahnsdorf/Kleinmachnow den Herzögen aus Wolfenbüttel am Sonntagabend die vierte Saisonniederlage zu und stürzte die verletzungsgeplagten Männer von der Oker noch tiefer in die Krise.Die beiden Youngster Tobias Horn und Niko Schumann waren nicht mit nach Niedersachsen gereist, sie hatten parallel ein NBBL-Spiel für Kooperationspartner IBBA Berlin zu bestreiten. Drei Leistungsträger aus der Regionalligamannschaft, Bastian Bloch, Roland Hubbard und Sebastian Michalak, komplettierten die Bundesligatruppe und sorgten für guten Ersatz.
Gleich zu Beginn des Spiels hatte die Eintracht eine knifflige Situation zu meistern, als die Herzöge auf bis zu acht Punkte davoneilten (18:10; 6. Spielminute). Diesen Vorsprung hielt das Team um Trainer Nestor Katsagiorgis bis zur Viertelpause (25:17).
Richtig in Fahrt kam der RSV erst in Viertel zwei. Zwar hatte der Gastgeber mit einem erfolgreichen Dreipunktwurf von Lamar Morinia den besseren Start, dennoch setzte die Eintracht immer wieder gezielte Nadelstiche zur „Ruhigstellung“ der Heimkulisse in der Lindenhalle, denn auch Pastushenkos Team traf mehrmals jenseits der 6,25m-Marke, in Person durch Jackson Capel, Roland Hubbard und Friedrich Lennartz. Knapp zwei Minuten vor der Halbzeit stellte Capel mit zwei verwandelten Freiwürfen die erste Führung für den RSV (43:41) her, die US-Guard Morinia jedoch noch vor der Pause mit einem Korbleger egalisieren konnte.
Auch nach der Halbzeit heftete sich der RSV dank wechselnder Hauptdarsteller an die Fersen der Gastgeber, sodass diese nie auf mehr als sechs Punkte Differenz enteilen konnten. Sajmen Hauer hatte offensichtlich etwas aus der für ihn punktlos verlaufenden ersten Halbzeit gutzumachen, er drehte im dritten Viertel mächtig auf und drückte dem Spiel mit sieben Punkten seine Stempel auf. Lohn war ein auch nach 30 absolvierten Minuten ausgeglichener Spielstand (63:63).
Endgültig zum „unhöflichen“ Gast machte sich die Neunerbande des RSV dann im Schlussabschnitt, schließlich war das Ziel ausgegeben, die Punkte aus der Lindenhalle zu stehlen. Das über die gesamte Spielzeit körperlich betonte Spiel der Eintracht zahlte sich nun aus, denn Leistungsträger wie Anthony, Morinia und Sheard mussten mit ihren jeweiligen fünften Fouls die Segel streichen. Jackson Capel, der 16 seiner insgesamt 39 Punkte in den letzten zehn Minuten beisteuerte, war Garant für eine schnelle Führung (77:67; 34. Minute), an deren Verteidigung die Eintracht bis zum Schlusspfiff erfolgreich arbeitete. Hilfreich war in der engen Endphase die bislang nicht immer zur Zufriedenheit von Pastushenko ausfallende Freiwurfquote, die an diesem Sonntag keinen Anlass zur Kritik bot. Insgesamt 40-mal wurden die Akteure der Eintracht an die Linie geschickt, wo sie hervorragende 33-mal einnetzten.
Nach dem Schlusspfiff lobte ein zufriedener Pastushenko das Teamplay: „Dass Jackson einen Sahnetag erwischt hat, konnte jeder sehen. Trotzdem wäre es falsch, heute abend jemanden herauszuheben. Gerade unser mannschaftlicher Zusammenhalt hat mir heute ausgesprochen gut gefallen, durch ihn konnten wir uns in den schwierigen Phasen des Spiels immer wieder aufrappeln. Das Gesamtpaket hat heute einfach gestimmt.“
Unterdessen wird Tyler Ousley zukünftig nicht mehr im weiß-blauen Dress auflaufen. Bereits am Montag verständigten sich Trainerstab und Management in einem gemeinsamen Gespräch mit dem 25-jährigen US-Center auf eine sofortige Vertragsauflösung. Der RSV Eintracht wünscht Ousley für seine weitere Karriere viel Erfolg.
Statistik RSV: Capel (39 Punkte), Hauer (12; 7 Assists), Hubbard (10), Modersitzki (10), Lennartz (9), Schille (7), Langer (6), Bloch, Michalak
Statistik Wolfenbüttel: Theis (20 Punkte; 12 Rebounds), Morinia (17; 11 Assists), Mölle (14), Anthony (12), Seebode (11), Sheard (8), Beier (2), Pink (2), Ahrens
Viertelergebnisse (aus Sicht des RSV): 17:25, 26:18, 20:20, 30:23
### Splitter zum Spiel: Mit einem Effektivitätswert von +35 war Jackson Capel allen anderen Akteuren am vierten Spieltag der Pro B überlegen. Seine Chancen, mit dieser Performance offiziell als Spieler des Tages gekürt zu werden, stehen exzellent. ###








