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» Highlightshow von Evans gegen Chemnitz

RSV kegelt Pro-A-Ligisten aus dem Pokal

Angeführt vom überragenden Terry Evans, der sich „bedrohlich“ einem Quadruple-Double, einer zweistelligen Wertung in gleich vier Kategorien, näherte, schaffte der RSV Eintracht Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf die kleine Sensation und zog mit 79:68 über den eine Liga höher agierenden BV Chemnitz 99 in die dritte Runde des DBB-Pokals ein. Dabei mussten die Mannen von Coach Pastushenko sogar auf Topscorer Jackson Capel (Magen-Darm-Probleme) und Kapitän Tim Modersitzki (Kapselverletzung) verzichten.
200 Zuschauer konnten am Mittwochabend in der BBIS-Halle gleich zu Beginn des Spiels einen spektakulären Tip-Dunk von Evans nach einem Fehlwurf Klaus Schilles bewundern. Alexander Rosenthal setzte im ersten Viertel mit zwei Dreiern ein Ausrufezeichen für die Chemnitzer, doch auch der RSV konnte seine Systeme gut durchlaufen und ein ums andere Mal einfache Punkte erzielen. Gut in Szene konnte sich auch Ahmed Yusuf setzen, der nigerianische Flügelspieler bewies ungeheure Athletik, er räumte zweimal per Block ab und pflückte reichlich Rebounds.
Zu Beginn des zweiten Viertels gelang es der Eintracht mit einem 8:0-Lauf, das Heft erstmals ein wenig an sich zu reißen. Regisseur Sajmen Hauer agierte dabei gewohnt sicher und streute in diesem Spielabschnitt nicht nur sieben Punkte ein, sondern legte oft gut auf seine Mitspieler ab. Chemnitz ließ sich zur Halbzeit (46:44) zwar noch nicht richtig abschütteln, erlebte jedoch kurz vor dem Schlusssignal eine Schrecksekunde, als ihr Kapitän Gary Johnson nach einem unglücklichen Zusammenprall mit einem Gegenspieler mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste.
Der kleine Schock saß den Gästen nach dem Pausentee offenbar noch tief in den Knochen und der RSV nutzte diese Situation eiskalt aus, er zog die Zügel in Angriff und Verteidigung merklich an, viele Fastbreaksituationen boten sich an. Zur nun auftretenden akuten Wurfschwäche der Sachsen gesellte sich schlechtes Passspiel, sodass der RSV blitzschnell von Verteidigung auf Angriff schalten konnte und viele Fouls erzwang. Es ergaben sich aufgrund der leichten Rebounddominanz einige zweite und sogar dritte Wurfchancen, die oft genutzt wurden. Dank aggressiver Verteidigung konnte der Favorit aus Chemnitz im vorletzten Viertel nur neun Zähler verbuchen.
Besser wurde es für die Gäste um Trainer Anton Mirolybov auch im Schlussabschnitt nicht. Mit jeweils zwei erfolgreichen Dreiern von Evans und Hauer machte der RSV unter dem Jubel seiner Zuschauer den Sack zu.
Ein Fazit nach dem Spiel zu ziehen, fällt nicht leicht, denn phasenweise konnte man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass die eine Liga höher agierenden Chemnitzer die Partie gar nicht gewinnen wollten. Zu lethargisch und phlegmatisch wirkten sie insbesondere in Halbzeit zwei, mit zu stoischer Ruhe nahmen sie ihre vielen Ballverluste und Fehlwürfe hin. Ob der Gast bereits an das bevorstehende Spiel gegen Spitzenreiter Bayreuth dachte, wurde weder offen zugegeben noch ernsthaft dementiert: „Zunächst einmal bin ich froh, dass sich niemand ernsthaft verletzt hat“, gab BV-Coach Mirolybov lediglich zu Protokoll.
Nichtsdestotrotz ist der Einzug in die nächste Runde ein gern genommenes Zuckerbrot für den RSV und gibt Moral für die kommende wichtige Partie am Sonntag gegen Nürnberg. „Wir konnten viel ausprobieren, vielen jungen Spielern Einsatzzeit geben. Für die nächste Runde wünsche ich mir erneut ein Heimspiel“, teilte ein zufriedener RSV-Coach Pastushenko mit.

Statistik RSV: Evans (33 Punkte, 15 Rebounds, 7 Assists, 7 Steals), Hauer (20; 6 Assists), Yusuf (9, 8 Rebounds), Lennartz (7), Schille (6), Langer (4), Schumann, Horn, Bloch, Michalak (n.e.)

Statistik Chemnitz: Zyskunov (12 Punkte, 8 Rebounds), Lipke (10), Rosenthal (9), Rastatter (7), Roberts (7), Bufford (6), Allen (5), Daghofer (5), Roberts (5), Ahnsehl (2), Johnson, Rülke

Viertelergebnisse: 25:26, 21:18, 15:9, 18:15

### Splitter zum Spiel: Die Durchschlagskraft aus Nordamerika fehlte beim BV Chemnitz 99, denn die fünf US-Boys im Team der Sachsen bringen es in der Liga normalerweise auf durchschnittlich 55 Punkte pro Spiel, gegen den RSV waren es diesmal insgesamt nur 23. ###


Geschrieben am 11.11.2009 von Stephan Reitzig

 
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