RSV Eintracht unterliegt gegen Nürnberg
Als der RSV Eintracht Teltow / Kleinmachnow / Stahnsdorf in seinem Heimspiel gegen den Nürnberger BC weniger als acht Minuten vor dem Spielende mit 51:70 im Hintertreffen lag, haben wohl nur noch Wenige auf den Gastgeber gesetzt. Zu abgeklärt und clever hatten die Franken vor 460 Zuschauern in der BBIS-Sporthalle bis dato ihren Stiefel runtergespielt und dabei vor allem über 2,17m Riese Martin Ides und den stämmigen US-Center Robinson Louisme gepunktet.Doch zum einen dauert ein Spiel bekanntlich vierzig Minuten und zum anderen zeigt eine solche Situation oftmals auch, wie es um die Moral einer Mannschaft bestellt ist. Dass diese beim RSV Eintracht trotz eines hohen Rückstandes intakt ist, bewies das Team von Trainer Vladimir Pastushenko in beeindruckender Manier. Plötzlich war man sowohl gedanklich als auch auf dem Spielfeld immer den berühmten Schritt schneller als der zuvor so souverän agierende Gegner aus Nürnberg. Punkt für Punkt holte der RSV auf und die Franken wurden sichtlich nervöser. Mit jedem Zähler, den der Rückstand schmolz, wurde auch das Publikum immer lauter. Innerhalb von nur vier Minuten hatten die Brandenburger mit einem sensationellen 17:0 Lauf durch zwei Freiwürfe von Jackson Capel auf 68:70 verkürzt. Auf der Gegenseite vergab Nürnberg erneut einen Mitteldistanzwurf und Terry Evans schnappte sich seinen zehnten Rebound. Umgehend wollte er einen möglichen Schnellangriff einleiten und stieß dabei mit einem Gegenspieler zusammen. Dieser Kontakt wurde als Offensivfoul gewertet und anschließend noch mit einem technischen Foul gegen Evans bedacht, so dass für ihn das Spiel beendet war. Plötzlich war das Momentum wieder in Richtung der Gäste gekippt, bei denen Will Chavis neun seiner 21 Punkte in der teils hektischen Schlussphase erzielte und sein Team zum 82:74 (40:34) Sieg letztlich über die Zeit rettete. „Wir haben toll aufgeholt. Das fünfte Foul von Terry hat uns dann aber sehr wehgetan und unsere Aufholjagd bitter gestoppt.“, bilanzierte RSV-Coach Vladimir Pastushenko. „Nürnberg hat einen sehr starken Kader. Wir hätten von Anfang an die Leistung aus dem Schlussviertel bringen müssen. Vielleicht hat bei einigen nach der englischen Woche aber auch die Kraft etwas gefehlt.“, ergänzt der Trainer.
Statt dem erhofften Sprung auf Platz sechs findet sich der RSV mit der nun ausgeglichenen Bilanz von jeweils vier Siegen und Niederlagen auf dem neunten Tabellenplatz wieder. Topscorer war dabei zum achten Mal im achten Saisonspiel Jackson Capel mit 27 Zählern. Noch nicht wieder mitwirken konnte allerdings Kapitän Tim Modersitzki, der nach seiner Handgelenksverletzung zwar das Aufwärmprogramm versuchte, aber auf einen Einsatz noch verzichten musste. Beim Auswärtsspiel am Sonnabend in Wedel möchte der 24-jährige dann aber wieder dabei sein.
RSV: Capel 27, Hauer 13, Evans 11, Lennartz 8, Schille 8, Langer 4, Schumann 3, Horn, Bloch (n.e.), Modersitzki (n.e.), Michalak (n.e.)
Nürnberg: Chavis 21, Louisme 20, Ides 17, Cecotti 6, Reile 6, Doreth 5, Hagner 5, Hoffmann 2, Ogbe, Schröder








