RSV brilliert mit Spielwitz gegen deutlich unterlegene Niedersachsen
Mit einem echten Schmankerl hat der RSV Eintracht seine Fans in 2010 begrüßt. Das 108:66 gegen SC Rasta Vechta bedeutete den höchsten Erfolg in der noch jungen Zweitligageschichte des Vereins.Eine entscheidende Szene spielte sich bereits nach gut zwei Minuten ab, als der mit 2,04 m größte Spieler Vechtas, Marlone Jackson, beim Spielstand von 2:7 (aus RSV-Sicht) mit Verdacht auf Patellasehnenriss ausgewechselt werden musste. Der US-Amerikaner war bei der Landung nach einem Reboundduell mit Klaus Schille unglücklich weggeknickt und blieb daraufhin mit schmerzverzerrtem Gesicht unter dem eigenen Korb liegen.
Für die Eintracht sollte sich die fehlende Masse unterm Korb der Niedersachsen fortan auszahlen. Zwar lief der Ball ohnehin recht flüssig - mit munterem Passspiel wurde immer wieder der freie Mitspieler gesucht und zumeist gefunden – doch wenn der Ball mal nicht ins Netz fiel, landete der Ball trotzdem desöfteren in RSV-Hand. Viele doppelte Wurfchancen ergaben sich und es dauerte nicht lange, bis die 400 Zuschauer in der BBIS-Halle Spektakuläres bewundern durften. Ein präzises Alley-Oop-Anspiel von Kapitän Tim Modersitzki verwertete Sprungwunder Terry Evans „dunkbar“ zum 23:17 und brachte neben dem Ring auch die Kulisse ins Beben. In einem für die Gäste eher durchwachsenen ersten Viertel hielt lediglich das bullige Duo Joe Buck und Christopher Thompson kämpferisch gut mit.
Auch danach dominierte der RSV nach Belieben, hinzu kamen Undiszipliniertheiten der Rastaner, die ihre Nerven im Umgang mit den Schiedsrichtern nicht im Zaum halten konnten, allen voran Trainer Pat Elzie. Bis auf 18 Zähler enteilte die Eintracht (47:29), ehe Vechta sich mit einer starken Phase vor der Halbzeit noch einmal in Stellung bringen konnte. Aus teils schwierigster Lage und Position versenkte Rasta-Neuzugang Markus Hallgrimson kurz vor der Pause dreimal in Folge von der Dreipunktlinie und gestaltete den Spielstand nach zwei Vierteln recht human für die Gäste (40:51).
Während Ohrenzeugen in der Gästekabine die Wände wackeln hörten, ließ es Vladimir Pastushenko vergleichsweise ruhig angehen. Die unstreitig vorhandenen Vorteile sollten weiterhin gnadenlos ausgespielt werden. Ein früher 9:0-Lauf zum Zwischenstand von 60:40 brachte bereits in der 23. Spielminute die Vorentscheidung. Auch in der Folge traf der RSV hochprozentig, während Vechta nur noch sporadisch punktete und zum Ende des dritten Spielabschnitts bereits hoffnungslos ins Hintertreffen geriet (82:50). Diese Situation bot Pastushenko die Gelegenheit, seine Leistungsträger zu schonen und die jungen Spieler mit Spielzeit zu bedenken. Unter tosendem Applaus machte Dennis Langer mit einem verwandelten Freiwurf „die Hundert voll“, Tobias Horn und Friedrich Lennartz stellten mit jeweils fünf Punkten in den Schlussminuten den Endstand her.
Gästetrainer Elzie sah in Marlone Jacksons Verletzung und der missglückten Verteidigung gegen die Leistungsträger der Eintracht die Schlüssel zur Niederlage. RSV-Coach Vladimir Pastushenko war angesichts einer erschwerten Spielvorbereitung mit dem Rekordergebnis äußerst zufrieden: Aufgrund des Wetterchaos’ auf den Flughäfen hatten beide US-Spieler erhebliche Probleme bei ihrer Rückreise aus dem Weihnachtsurlaub.
In der Tabelle der 2. Basketball-Bundesliga Pro B verbessert sich die Eintracht um einen Platz und belegt mit nun 22 Punkten den sechsten Rang.
Statistik RSV: Capel (34 Punkte), Evans (26), Modersitzki (11), Schille (11), Hauer (9), Langer (7), Horn (5), Lennartz (5), Bloch, Hubbard
Statistik Vechta: Hallgrimson (26 Punkte), Buck (11), Thompson (8), Grigisas (7), Boadu (5), Kaspereit (4), Wargalla (3), Höhn (1), Jarchow (1), Hupe, Jackson, Pazur
Viertelergebnisse: 29:17, 22:23, 31:10, 26:16.
### Splitter zum Spiel: Feldquote (51 zu 35 %), Freiwurfquote (85 zu 53 %) und Reboundduell (50 zu 32) sind sicherlich die stärksten statistischen Indikatoren für den deutlichen Sieg der Eintracht. ###








