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» Packendes Drama gegen Herten

RSV Eintracht unterliegt hauchdünn

Center Klaus Schille musste leider verletzungsbedingt passen
6,8 Sekunden vor Spielende war Tim Modersitzki in der mit 560 Zuschauern gut gefüllten BBIS-Sporthalle plötzlich der einsamste Mensch. Es gab wohl kaum Jemanden, der mit dem 24-jährigen Kapitän des RSV Eintracht Teltow / Kleinmachnow / Stahnsdorf in diesem Moment hätte tauschen wollen. Beim Stande von 75:76 wurde er beim Korblegerversuch durch seinen Gegenspieler gefoult und an die Freiwurflinie geschickt. Die Rechnung war verdammt einfach, denn ein erfolgreicher Freiwurf genügt zur Verlängerung, ein weiterer würde vermutlich den Sieg bedeuteten.

Doch das Wurfglück war dem Flügelspieler nicht hold. Beide Versuche landeten am Ring, dann am Brett und anschließend in den Händen des überragenden Cory Abercrombie. Der US-Amerikaner in Diensten der Hertener Löwen hatte insgesamt 30 Punke erzielt und 13 Rebounds eingesammelt. Auf der Gegenseite war es dann auch nicht schlimm, dass Abercrombie nach einem schnellen taktischen Foul beide Freiwürfe vergab, denn so bekam der RSV Eintracht keine Chance mehr eine Auszeit zu beantragen und einen geordneten finalen Wurf herauszuspielen. Das zuvor sehr lautstarke Publikum hielt ebenso inne, honorierte dann aber die Leistung der Brandenburger. Diese hatten zuvor dem Tabellenzweiten aus dem Ruhrgebiet mehr als nur Paroli geboten. Dabei waren die Vorzeichen alles andere als rosig, denn Center Klaus Schille konnte aufgrund seiner Fersenverletzung nicht eingreifen. „Somit waren wir sehr klein aufgestellt und mussten Small-Ball spielen.“, erklärte RSV-Trainer Vladimir Pastushenko in der anschließenden Pressekonferenz. Doch trotz der körperlichen Unterlegenheit kämpfte der RSV verbissen um jeden Ball, konnte jedoch nicht verhindern, dass man anfangs ein wenig ins Hintertreffen geriet. Bis auf 32:23 gelang es den Löwen sich in der 12.Minute abzusetzen, doch angeführt vom souverän Regie führenden Sajmen Hauer wurde der Rückstand bis zur Pause bereits auf 42:45 verkürzt.

Nach dem Seitenwechsel hatte der RSV Eintracht dann seine beste Phase und ging durch Dennis Langer, der mit 15 Punkten und neun Rebounds nur knapp ein Double-Double verfehlte, in der 25.Minute sogar mit 51:47 in Front. Doch dies war das letzte Mal, dass eine der beiden Mannschaften vier Punkten Differenz zum Gegner haben sollte. Bis zur beschriebenen Schlussszene wechselte die Führung fortan ständig hin und her und jeder einzelne Ballbesitz war entscheidend. „Es war unsere Taktik am Ende die guten RSV-Werfer dicht zu machen und ein Foul an andere Spieler zu riskieren. Wir sind sehr froh über diesen schwer erkämpften und am Ende natürlich auch glücklichen Sieg.“, bilanzierte Hertens Coach Boris Kaminski, der den Brandenburgern gleichzeitig ein gutes Zeugnis ausstellte: „Gegenüber dem Hinspiel (54:84) haben sie sich enorm verbessert.“ Vladimir Pastushenko auf der anderen Seite war natürlich geknickt aufgrund der Niederlage, aber dennoch zufrieden ob der Leistung seines Teams: „Wir haben gegen ein Top-Team der Liga ebenbürtig gespielt. Es hat nur eine Nuance am Ende gefehlt.“ Der Blick wird ab sofort aber nach vorn gerichtet. Bereits am Mittwoch wartet das nächste Heimspiel-Highlight. Dann empfängt man im Viertelfinale des DBB-Pokals die Cuxhaven BasCats, ihresgleichen Zweitplatzierte der 2.Bundesliga Pro A.

RSV: Capel 16, Hauer 16, Langer 15, Evans 13, Modersitzki 10, Lennartz 5, Schumann, Bloch n.e., Horn n.e., Hubbard n.e., Michalak n.e.



Geschrieben am 24.01.2010 von Marcus Boljahn

 
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